02. Oktober 2009: Operngala am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit
Für den traditionellen Empfang des Deutschen Konsulats Temeswar zum Tag der Deutschen Einheit könnte man sich keinen Ort denken, der beziehungsreicher und gleichzeitig einem glanzvollen, würdigen Fest angemessener wäre als das Gebäude der Rumänischen Staatsoper am Platz des Sieges, im Zentrum der Perle des Banats, deren alte Schönheit neu erblüht.
Auch in diesem Jahr lud das Deutsche Konsulat am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit rund 500 Gäste zu einem Galakonzert mit anschließendem Empfang in das Opernhaus zu Temeswar ein. Repräsentanten der Religionsgemeinschaften, Mitglieder politischer Parteien, Vertreter der Hochschulen und der Kulturinstitutionen, der Verwaltung und des öffentlichen Lebens, Mitglieder des Konsularkorps, deutsche und rumänische Unternehmerinnen und Unternehmer, Lehrerinnen und Lehrer, Fachkräfte der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), der Parlamentsabgeordnete und Vertreter der deutschen Minderheit in Rumänien Ovidiu Gant und Repräsentantinnen und Repräsentanten der deutschen Foren in Rumänien wurden vom neuen Konsul Klaus Brennecke ebenso gerne willkommen geheißen wie die führenden Vertreter der regionalpolitischen Ebene: Subpräfekt Eugen Dogariu und Bürgermeister Dr. Gheorghe Ciuhandu aus Temeswar sowie weitere Bürgermeister aus dem Amtsbezirk des Konsulats. Selbst der ehemalige, langjährige deutsche Konsul in Temeswar, Rolf Maruhn war eigens aus Deutschland angereist, um sich von vielen liebgewonnenen Weggefährten zu verabschieden. Ehrengast aus Deutschland und zugleich Festredner war Dr. Dietrich Birk, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Er hatte in den Tagen um den 3. Oktober an der Spitze einer Fachdelegation, der u. a. auch Vertreter der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg und des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm angehörten, das Banat bereist, dabei in politischen Gesprächen klare Bekenntnisse zum umfassenden politischen und insbesondere kulturellen Engagement Baden-Württembergs in der Region abgelegt, die Wanderausstellung "Das Banat - eine Reise nach Europa" in den Räumen des Kreisratsgebäudes Temeswar eröffnet und die rumänische Premiere (Uraufführung) einer spektakulären Theaterkooperation mit einem engagierten Grußwort gewürdigt - die szenische Umsetzung der Textcollage "Goethe Lenau Faust - Erkundung eines Mythos", gemeinsam erarbeitet und dargeboten von Ensemblemitgliedern der Badischen Landesbühne Bruchsal und des Deutschen Staatstheaters Temeswar. Nachdem das Bläserensemble der Franz Hoffner Big Band das Deutschlandlied, die rumänische Nationalhymne und die Europahymne vorgetragen hatte, blickte Staatssekretär Dr. Birk in seiner Festansprache auf seit der von Temeswar ausgegangenen rumänischen Revolution einerseits, und seit dem Fall der Berliner Mauer andererseits 20 Jahre gemeinsam zurückgelegter europäischer Geschichte zurück und hielt fest: "Europa ist insgesamt zu einem Gewinnerprojekt für die Menschen geworden." Mit wohltuend klaren Worten erinnerte der Staatssekretär an die heute mitunter schon verdrängte Brutalität der Unrechtsregimes, gegen die sich der in Jahrzehnten aufgestaute Zorn der Bevölkerung Osteuropas richtete. Gerade deshalb auch gelte es, der Rumäninnen und Rumänen zu gedenken - allein in Temeswar 100 Bürgerinnen und Bürger -, die im Aufbegehren gegen die kommunistische Unterdrückung ihr Leben ließen, während die Deutschen ganz besonderen Grund zur Dankbarkeit dafür haben, dass die Revolution in Deutschland völlig friedlich verlief.
Das Galakonzert begann mit der FIDELIO-Ouvertüre (op. 72b) von Ludwig van Beethoven, die Konsul Brennecke auch und gerade an diesem historischen Ort als Hymne an die Freiheit und als Verneigung vor allen Kämpferinnen und Kämpfern für die Freiheit verstanden wissen wollte. Arien, Ensembleszenen und Chöre aus Oper und Operette, allesamt dargeboten von Orchester und Chor sowie Solistinnen und Solisten der Temeswarer Staatsoper begeisterten im weiteren Verlauf des Abends das Publikum. An dieser Stelle daher nochmals ein ganz herzlicher Dank an den Hausherrn der Staatsoper, Generaldirektor Corneliu Murgu, der nun schon "traditionell" die Pforten und die Bühne dieses künstlerisch hochstehenden und leistungsstarken europäischen Theaters für die Feier der deutschen Einheit geöffnet hat - und Dank allen auf und hinter dem Podium am Gelingen des Galaprogramms Beteiligten!
Im Anschluss an das Musikprogramm lud das Konsulat seine Gäste in Vorhalle und Spiegelsaal der Oper zu einem Empfang mit einer reichen Auswahl deutscher und rumänischer Spezialitäten, Wein aus dem Rheingau und Bier aus dem Banat. Insbesondere dieser, sich bei unzähligen Gesprächen und neuen wie aufgefrischten Kontakten fröhlich und ausgelassen bis in den frühen Morgen erstreckende Teil des Abends wäre undenkbar gewesen ohne die finanzielle und materielle Unterstützung seitens unserer Sponsoren, deren Logos am Ende des Abendprogramms aufgeführt sind (auch hier in der elektronischen Version). Gerade in wirtschaftlich nicht nur einfachen Zeiten kann ihnen dafür nicht genug gedankt werden!
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Der Gastgeber begrüßt den Hausherrn, Generaldirektor Corneliu Murgu, Intendant der Staatsoper Temeswar (© Foto: Zolatn Pazamany)