Traditionspflege in Glogowatz

Auf der Nationalstraße N7 spürt man kaum den Übergang von Arad in die weitaus bescheidenere Stadt Glogowatz/Vladimirescu, aber am Samstag den 09. Mai 2015 lagen Welten zwischen den beiden Orten.

Während in der Kreishauptstadt einige wenige und in der Hauptsache männliche Zuschauer leichtbekleideten Hostessen bei der Präsentation der ausgestellten Sportwagen der Arad-Rally zuschauten, kam ganz Glogowatz im Zeichen des Banat-Schwäbischen Trachtenfestes gemeinschaftlich zusammen.

Nach dem 2014er Erfolg, als nach 20 Jahren ohne Trachtenfest oder Kirchweih die Jahrhunderte alte Tradition der Banater Deutschen in der Stadt wieder zum Leben erweckt worden war, wurde heuer ganz besonders gefeiert.

In Glogowatz leben nur noch wenige Banater Schwaben, die dafür aber umso engagierter zu Werke gehen. Unterstützt vom lokalen deutschen Forum, ehemals ausgewanderten Bürgern der Stadt und im Besonderen auch von Bürgermeister Ioan Crişan, der sich sehr um die ethnische und kulturelle Vielfalt seiner Mitbürger bemüht, läßt sich so der große Erfolg des traditionellen banat-schwäbischen Festes an dem Willen nach Gemeinschaft messen.

Alle Glogowatzer schienen auf den Beinen zu sein, als nach dem feierlichen, mehrsprachigen Gottesdienst der festlich geschmückte Kirchweihbaum unter Schwerstarbeit aufgestellt und weiter verziert wurde.

Der Verkehr in der Stadt kam zum Erliegen, als ein schier unendlicher Zug von Paaren in den schönsten Trachten durch die Straßen der Stadt zog. Am Haus des Bürgermeisters wurden alle Teilnehmer und Gäste herzlich willkommen geheißen und freundlichst bewirtet.

Zuvor hatte der Trachtenzug am Bürgermeisteramt Station gemacht und dem Stadtoberhaupt für die sehr aktive Mitwirkung bei der Organisation der Veranstaltung gedankt. Bürgermeister Ioan Crişan hatte sich auch in diesem Jahr wieder ganz besonders für das Fest der Banater Schwaben eingesetzt und stark gemacht.

Allen sprachlichen und kulturellen Unterschieden zum Trotz, kamen Banater Schwaben aus Nah und Fern mit Rumänen, Serben, Ungarn, Slovaken und weiteren ethnischen Minderheiten zusammen und erlebten schwäbische Trachtengruppen, die auf der Bühne des Kulturhauses der Stadt eine bunte und fröhliche Mischung aus Tanz, Musik und Gesang darboten.

Zum Abschluss des Abends spielte die Gruppe „Unterrock“ aus Ungarn auf.

Nicht zuletzt darf Erwähnung finden, dass dem für das Trachtenfest aus Temeswar angereisten deutschen Vizekonsul Siegfried Geilhausen stellvertretend für das Konsulat vom Präsidenten der Vasile Goldis Universität zu Arad, Prof. Dr. Aurel Ardelean, die goldene Verdienstplakette der Hochschule in Anerkennung der besonderen Zusammenarbeit überreicht wurde.

Interessante Links:

http://www.adz.ro/artikel/artikel/glogowatz-banatschwaebische-traditionen-weitergefuehrt/

http://www.funkforum.net/print.php?page=ARTICLE&particleid=2660

http://www.aradon.ro/kerwei-spectaculos-la-vladimirescu/1532700