Geschichte trifft Gegenwart – Eröffnung der Deutschen Kulturtage

Die Bücher in den Glasvitrinen sind vergilbt. Manche sind groß und schwer, andere wirken klein und handlich. Verschnörkelte Buchstaben, feine und detaillierte Zeichnungen. Eines haben sie alle gemein: Sie sind alt, sehr alt und stammen aus Deutschland.

Zur Eröffnung der Deutschen Kulturtage wird im Eingangsbereich der Zentralen Universitätsbibliothek „Eugen Todoran“ eine besondere Ausstellung vorgestellt. Antike deutsche Bücher aus der Sammlung der Bibliothek haben ihren Weg aus den Archiven ans Tageslicht gefunden. Bislang waren sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Werke stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Theologische Betrachtungen, wissenschaftliche Aufsätze und exotische Themen in deutscher und lateinischer Sprache reihen sich aneinander. „Diese Bücher repräsentieren eine Zeit der radikalen Veränderungen“, erklärt Thomas Remus Mochnacs, der die Ausstellung entwickelte und die Bücher aus ihren Verstecken holte. „Neue Ideologien entstanden, ein Nationalgefühl entwickelte sich in Deutschland, die Zeit des Sturm und Drang begann.“

Zum zweiten Mal finden die Deutschen Kulturtage in Temeswar statt. „Ursprünglich waren die Kulturtage nicht als Folgeveranstaltung geplant“, sagt der Bibliotheksdirektor Vasile Docea, „Aber nach dem Erfolg des vergangenen Jahres hoffe ich, dass es viele weitere Editionen geben wird.“

Neben der Ausstellung warten weitere Ereignisse auf die Besucher. Veranstaltet werden die Kulturtage von der Zentralen Universitätsbibliothek, der Deutschen Schauspielabteilung der Hochschule für Musik und Theater und der Hochschule für Politikwissenschaften, Philosophie und Kommunikationswissenschaften der West-Universität Temeswar sowie dem Deutschen Kulturzentrum.

„Es ist ein wirklich abwechslungsreiches Programm“, sagt der deutsche Konsul Rolf Maruhn. „Die Bücher repräsentieren die Geschichte, die Theateraufführung der Schauspielabteilung die Moderne und die historische Musik ergänzt das Programm.“

Lieder von Robert Schumann bilden den Abschluss des ersten Kulturtages. Die gefühlvollen Stimmen von Camelia Fornwald Docea und Marius Manyov, begleitet von Adriana Dogariu am Klavier, berühren die Zuhörer. Die lyrischen deutschen Texte erinnern an Frühling, an Natur und Traurigkeit. Der tiefe Bass des Sängers, die gefühlvolle Stimme der Sängerin erfüllen den Raum und lassen die Anwesenden in der Musik und den Worten versinken. (Verfasserin: Alexandra Bidian, Praktikantin)

Programm-Plakat der Veranstaltung