Nobelpreisträger Stefan Hell – Zeitreise in die Vergangenheit

„Wenn man liebt, was man macht, kann man es zu etwas bringen, ganz egal woher man kommt“, sagt Prof. Dr. Dr. hc mult. Stefan Hell. Er steht im Festsaal des Nikolaus-Lenau Gymnasiums. Alle Plätze vor ihm sind besetzt. Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen sitzen vor ihm und lauschen seinen Worten. Sie sind aufmerksam, neugierig. Es ist ein besonderer Tag für sie und für die Schule. Ein Nobelpreisträger zu Besuch in der persönlichen Vergangenheit.

Blumen schwenkende Jugendliche begrüßen ihn mit minutenlangem Applaus, filmen seine Rede mit ihren Handys. Ein Gang durch Klassenräume, über den Schulhof, ein Treffen mit Lehrern. Mehr als 30 Jahre ist es her, dass Stefan Hell hier Tag für Tag ein und aus ging, als Schüler vielleicht mit einem bangen Blick in die Zukunft sah. Ein Jahr lang besuchte er die Lenauschule, von 1977 bis 1978.

Bei seinem Besuch in Rumänien kehrt Stefan Hell zurück zu seinen Wurzeln und reist in die Orte seiner Kindheit, zum ersten Mal seit er den Chemienobelpreis gewann. Geboren in Arad, verbrachte er die ersten Jahre seiner Schulzeit in Sanktanna. „Ich verbinde viele Kindheitserinnerungen mit der Stadt. Es ist etwas, was man immer mit sich herum trägt, deswegen bin ich mit diesem Ort verbunden“, sagt Stefan Hell.

Technologisches Lyzeum „Stefan Hell“ heißt heute seine erste Schule in Sanktanna. Es ist 265 Jahre her, dass der Schulbetrieb begann und Stefan Hell, als bekanntester Absolvent, nimmt an den Feierlichkeiten teil. „Er ist ein Vorbild für die junge Generation, ein Vorbild für das Leben und ein Vorbild des Erfolgs aus eigener Kraft“, erläutert die stellvertretende Schulleiterin Ana Honiges. Als „guten und fleißigen Schüler“ beschreiben ihn zwei seiner ehemaligen Lehrer.

Im Anschluss an die Feier erhält Stefan Hell einen weiteren Grund, sich Sanktanna verbunden zu fühlen. Im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Kommunalrates wird ihm der Ehrenbürgertitel der Stadt verliehen.

Auch in Temeswar wird er mit dem Titel der Ehrenbürgerschaft geehrt. Das Deutsche Regionalforum Banat überreicht ihm im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus die Ehrennadel in Gold, die höchste Auszeichnung. Zuvor hatte er am Denkmal für die Opfer der Russlanddeportation einen Kranz niedergelegt.

Bei seinem Besuch in Temeswar wird Stefan Hell vom Beauftragten der bundesdeutschen Regierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, vom Abgeordneten des Deutschen Forums im Parlament Rumäniens Ovidiu Gant und dem deutschen Konsul Rolf Maruhn begleitet. (Verfasserin: Alexandra Bidian, Praktikantin)

Prof. Dr. Dr. hc mult. Stefan Hell

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