Verbindungen, die keine Ländergrenzen kennen

„Heute gibt es gleich zwei bedeutende und schöne Anlässe zu feiern“, sagt Rolf Maruhn. Der deutsche Konsul steht auf der Bühne des Stadttheaters in Lugoj. Alle Sitzplätze vor ihm sind belegt. Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersstufen füllen den Raum. Die Atmosphäre ist feierlich. „Diese Schule wird 298 Jahre alt und zugleich können wir auch ein Jahr eins, einen Neuanfang, feiern.“

Die Anisoara Odeanu Schule wird an diesem Tag PASCH-Schule („Schulen: Partner der Zukunft“). Durch diese Auszeichnung wird sie ein Teil einer weltweit mehr als 2000 Schulen umfassenden Partnerschaft. Seit acht Jahren gibt es das Projekt und die Zahl der teilnehmenden Schulen steigt jährlich weiter an. Was die Schulen in Europa, Amerika, Afrika und Asien verbindet, ist die deutsche Sprache. „Es ist ein besonderer Tag für uns und die Fortführung einer langen Geschichte“, erklärt Schulleiterin Tipei Dana. „Einer Geschichte der Schule, aber auch der gesamten Region des Banats, die von unterschiedlichen Sprachen geprägt wurde.“

Trotz der politischen und kulturellen Veränderungen der vergangenen Jahre blieb der Unterricht der deutschen Sprache bestehen. „Das Interesse für die Sprache und die Kultur ist angewachsen“, sagt die Lehrerin Roxana Murarie. „Die Verbindung mit anderen Schulen stellt für uns eine besondere Chance für neue Projekte, Fortbildungen und auch für einen Erfahrungsaustausch dar.“

Es ist ein internationales Projekt, das über Grenzen hinaus Verbindungen schafft. Genauso international und bunt wie das Projekt ist auch das Programm der Feier: rumänische und deutsche Volkstänze, ungarische Lieder, ein spanischer Paartanz und deutsche Volksmusik. Die unterschiedlichen Beiträge überbieten sich mit Kostümen: feine Stickereien auf den rumänischen Trachten, bunte Muster auf den deutschen Kleidern. Strahlendes Lächeln der tanzenden Paare auf der Bühne. Ihre Begeisterung überträgt sich auch auf das Publikum. Es klatscht im Rhythmus der Musik, singt bekannte Texte mit und spendet stehend Beifall. Am Ende stehen sie alle vereint auf der Bühne und tanzen zusammen. Rumänen neben Ungarn und Deutschen, die Grenzen haben sich aufgelöst. (Verfasserin: Alexandra Bidian, Praktikantin)