Ein Ort der Hoffnung mit neuen Möglichkeiten

Vogelzwitschern in einem abgedunkelten Raum, Geräusche von Wind und raschelnden Blättern erklingen. An der Wand die Projektion von bunten Farben, Bäumen und fliegenden Schmetterlingen. Ein kleines Kind liegt auf einem Sitzsack, tief versunken und greift nach der bunten Lichterkette über sich. Es wirkt entspannt und lacht.

„Es geht darum, die Sinne anzuregen: sehen, hören, riechen und fühlen“, erklärt Elena Petrica. Sie ist die Leiterin der Einrichtung "speranta", in der Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen behandelt werden. Für sie, die Mitarbeiter, Kinder und Eltern ist heute ein besonderer Tag: „seit langer Zeit ist es unser Ziel, den Kindern einen solchen Ort zu bieten. Einen Ort des Erlebens und der Entspannung, einen sogenannten 'Snoezelen Raum'. Heute ist dieses Ziel Realität geworden.“ In ihren Augen schimmern Tränen, während sie in die Runde der anwesenden Gäste blickt.

Bis zu diesem Moment war es ein langer Prozess. 50000 Euro umfasste die erste Kostenkalkulation. Verschiedenen Aktionen wurden erdacht, Vereine wie der Lions Club angeschrieben, aber das gesammelte Geld reichte nicht. Durch Zufall erfuhr Elena Petrica von der deutschen Stiftung der Bild-Zeitung 'Ein Herz für Kinder'. „Ich hätte gedacht, dass viele europäische Projekte dringender sind“, erzählt sie. „Dann kam der Anruf, der deutsche Vizekonsul Herr Geilhausen wolle sich das Projekt ansehen. Ich war sprachlos.“

Nach der Zusage folgte die nächste Etappe, die konkrete Arbeit konnte beginnen. Drei Behandlungszimmer wurden neu eingerichtet und auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen abgestimmt. Freundliche Farben, natürliche Materialien ohne giftige Chemikalien laden zur Entspannung und zum Ausprobieren ein.

300 Kinder und Jugendliche werden pro Woche in der Einrichtung behandelt; sie werden von ihren Familien begleitet. Die Eröffnung der neuen Behandlungsräume erleichtert die Therapie und erweitert die Behandlungsmöglichkeiten. Durch neu angeschaffte Materialien werden sie unter anderem auf den Alltag vorbereitet. Schritt für Schritt gibt es neue Erfolge, neue Hoffnung, so wie bei Eddy: ein Foto von ihm ist auf dem Plakat der Einrichtung zu sehen. Er trägt ein Supermannkostüm, hat die Arme weit ausgebreitet und sitzt im Rollstuhl. Er strahlt vor Glück und Optimismus. Bald wird er die Einrichtung bei einer öffentlichen Veranstaltung vertreten und einen Text vorlesen.

Unter den anwesenden Gästen befindet sich auch der deutsche Vizekonsul Siegfried Geilhausen. Er ist von der Bedeutung der Einrichtung überzeugt: „Für unzählige Kinder und Jugendliche ist dies hier ein Ort der Hoffnung, ein Ort des Vergessens und der Zuflucht. Die Angestellten stecken viel Herzblut und Überzeugung in diese wichtige Arbeit.“

(N.B.: Ein Snoezelen Raum dient der Förderung der sensitiven Wahrnehmung und der Entspannung) (Verfasserin: Alexandra Bidian, Praktikantin)

Ein Ort der Hoffnung mit neuen Möglichkeiten