Presseauswertung 30. - 31. August 2010
31. August 2010
Laut Aussage des Rumänischen Gesundheitsministeriums wurden landesweit sieben West-Nil-Virus-Infektionen – zwei im Kreis Hermannstadt/Sibiu und je einer in den Kreisen Konstantza, Galatz, Dolj, Teleorman und Bukarest - registriert. Ein 74- bzw. 77-Jähriger aus Bukarest bzw. Konstantza, die auch an anderen Krankheiten litten, sind dem Virus erlegen. Die Infektion wird von Stechmücken auf Menschen und nur in äußerst seltenen Fällen wie Bluttransfusionen oder Organgtransplantationen von Mensch zu Mensch übertragen. Im Kreis Temesch sowie in den übrigen Kreisen im Amtsbezirk des Konsulats wurde keine Infektion gemeldet. Es wird empfohlen sich durch entsprechende Kleidung, Mückennetze am Fenster bzw. Mückensprays und – Salben gegen eventuelle Mückenstiche zu schützen und bei Symptomen wie erhöhte Körpertemperatur, starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Bauch-, Muskel- und Gelenkschmerzen sofort den Arzt aufzusuchen.(Agenda online)
Sebastian Lăzăroiu, Politischer Berater des rumänischen Präsidenten, glaubt dass bei den Parlamentswahlen in 2012 entweder eine einzige, zurzeit noch nicht bekannte Partei, oder aber drei Parteien zusammen, dominieren werden. Laut einer Umfrage eines Instituts, das er nicht benennen möchte, wäre das Kräfteverhältnis, wie folgt verteilt: 26 %, 26 %, 20 % 15 % und 7 %. Auch wenn er die Parteien nicht beim Namen nennen will und sie Schneewittchen, Rotkäppchen, Das Mädchen mit den Streichhölzer, Weihnachtsmann und Der Wolf und sie sieben Geißlein (in Rumänien als ... drei Geißlein bekannt) nennt, kann man – zieht man die in den vergangenen Wochen publizierten Umfragergebnisse in Betracht – davon ausgehen, dass es sich dabei um die Sozialdemokraten (PSD) und Nationalliberalen mit 26 %, die Demokratisch Liberalen (PDL) und die Volkspartei (Dan Diaconescu – PP) mit 20. bzw. 15 %, wobei nicht klar ist, wer vorne liegt und die Partei Großrumänien (PRM) mit 7 % handelt. (realitatea.net)
Victor Ponta, Vorsitzender der Sozialdemokraten (PSD) hat heute bekannt gegeben, dass Victor Hrebenciuc, auf eigenen Wunsch hin, nicht mehr Leiter der PSD-Parlamentarierguppe ist. Seinen Platz nimmt Mircea Dusa ein. (antena1.ro)
Arbeitsminister Mihai Seitan hat bekannt gegeben, dass die Regierung beabsichtigt die Gesamtsumme der sozialen Zuschüsse, die eine Person bekommt, zu begrenzen, dass aber die Grenze noch nicht festgelegt worden wäre. Dazu erklärte er, es gäbe Fälle, in denen die verschiedenen Zuschüsse zusammen auch 3.000 – 4.000 lei im Monat ausmachten. Das neue Gesetz soll der Regierung bis Ende September vorgelegt werden und eben diese Fälle vermeiden sowie dafür sorgen, dass die Zuschüsse tatsächlich zu den sozial Benachteiligten gelangen. (Agenda online)
Die bei den kürzlich durchgeführten Kontrollen aufgedeckten Unregelmäßigkeiten bei der Bewilligung und Auszahlung von Sozialzuschüssen, bewog die Exekutive, auch andere Maßnahmen zu ergreifen. So soll die Verantwortung für die Zahlungen künftig in die Zuständigkeit der Kreisbehörden übergehen, wobei die Lokalbehörden weiterhin für die Annahme und Bewilligung der Anträge verantworten sollen. Zur Erinnerung: Im Kreis Temesch wurden die Unterlagen in 1.000 der insgesamt 3.400 überprüften Sozialfällen als unvollständig befunden und deren Zahlungen vorerst eingestellt. (Reansterea Banateana)
Der Präsident der Nationalen Krankenkasse hat erklärt, die C-Listen, d. h. mit den Gratis-Medikamenten für chronische Krankheiten (wie Leukämie, Hepatitis, Epilepsie, Alzheimer und Krebs-Anämie) bzw. für die nationalen Gesundheitsprogramme wie Krebs, AIDS und TBC sowie die für Kinder, werden dahingehend geändert, dass sie die um 20 % billigere Generika beinhalten werden. Das sind wirkstoffgleiche Kopien von bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichen Medikamente bzw. solche mit abgelaufenem Patent. Gibt es für ein Medikament kein Generikum, bekommt der Patient die Originalarznei weiterhin kostenlos. (Timis Online)
Die Gewerkschaftler haben den Vorschlag der Regierung für einen Mindestlohn in Höhe von 650 lei mit der Begründung, dies würde nicht mal die Inflation decken und wäre ein „Witz“, abgelehnt. Gefordert hatten sie letzte Woche einen Mindestlohn von 705 bzw. 675 lei. (Timis online)
Für die XXI Auflage der Internationalen Agromalin-Messe in Arad, haben sich die Veranstalter mehrere Überraschungen ausgedacht. In- und ausländische Firmen werden zwischen dem 9. und 12. September diverse landwirtschaftliche Produkten ausstellen. Zwei Mini-Teams – Entsandte des Wurtsfestivals aus dem ungarischen Bekescsaba, werden hier vorführen wie die berühmte ungarische Wurst hergestellt wird, an zahlreichen Ständen sollen ökologische und traditionelle Produkte präsentiert und Kostproben davon angeboten werden. Konferenzen, Präsentationen, Begegnungen mit den Landwirten, aber auch Unterhaltungsprogramme, eine Tombola und ein Schönheitswettbewerb für Kühe, sollen die Besucher anlocken. (arad.online)
Das von der Stadt auf dem Domplatz organisierte Projekt Temeswar – Klein Wien, wird am Freitag, ab 21:00 Uhr, durch die Projektion einen historischen Films abgeschlossen. Aber ab diesem Herbst wird das Projekt durch weitere Filmvorführungen, über die Geschichte der Stadt und des Banats, gefolgt von Diskussionen, im Sitzungssaal des Rathauses, weiter geführt. Eintritt frei. (Renasterea Banateana)
Während in Rumänien zahlreiche Eltern keine Ahnung haben, wie sie das nötige Geld für den Schulanfang in zwei Wochen, zusammenkratzen sollen, sind andere Eltern gewillt, bis zu 130 lei auszugeben, damit ihr Sprössling mit einem in Deutschland hergestellten und mit einem Swarovski-Steinchen besetzten edlen Kugelschreiber schreiben lernt. (adevarul.ro)
Der von der Rumänischen Nationalbank vorgegebene Wechselkurs liegt bei 4,2326 lei/Euro bzw. 3,3280 lei /US-Dollar.
30. August 2010
Vor drei Jahren übernahm die Firma ATON Transilvania die Trinkwasserversorgung der Temescher Gemeinde Sanktandres/Sanandrei. Es sollte die größte Investition im Kreis werden. Die Firma übernahm das existierende Trinkwassernetz und sollte dafür die Kanalisation in Sanktandres, Kowatschi und Karan realisieren, aber kein einziges Haus der Gemeinde profitierte von dem Konzessionsvertrag. Mehr noch, immer mehr Bewohner klagen über Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung und über extreme Verspätungen der technischen Einsatzteams. ATON Transilvania wäre an der Konzession nur interessiert gewesen, weil sie einen über 400 Hektar großen Industriepark besitzt. Die Firma versucht sich mit der Tatsache herauszureden, dass der Vertrag von der ehemaligen Firmenverwaltung, gegen die eine Klage läuft, unterzeichnet wurde. Die Antwort auf die Frage nach der Durchführung der Kanalisationsarbeiten, ist zweideutig und ohne eine klare Terminangabe. Aber die Mutterfirma ATON GmbH ist in Sanktandres über die Agrocereal auch im Bereich Landwirtschaft tätig, ist aber anscheinend in finanziellen Schwierigkeiten: Von 240 wurde die Angestelltenzahl auf 42 reduziert. Auch im Bereich Metallverarbeitung wurde die Mitarbeiterzahl auf 80 % der eingangs 200 reduziert. Nicht zuletzt hat die Firma auch die Karaner Mühle übernommen und sich verpflichtet daraus die größte (500 Tonnen in 24 Stunden) Weizenmühle in Rumänien zu machen, aber die mit EU-Geldern realisierte Investition wirft längst nicht soviel wie geplant ab – verkauft wird das Mehl nach Kilo (!). EU-Gelder scheinen das Hauptziel der Firma zu sein: Nur so erklärt sich die Tatsache, dass bei der Agentur für Zahlungen und Interventionen in der Landwirtschaft (APIA), Agrocereal die meisten überlappenden Anträge gestellt hat. Mit anderen Worten, Agrocereal und andere Landwirte, haben EU-Subventionen (81 Euro pro Hektar) für dieselben Flächen beantragt und APIA muss jetzt jeden einzelnen Fall genau überprüfen. Die deutsche Firma erklärte, in allen Bereichen expandieren und neue Mitarbeiter einstellen zu wollen; Personalreduzierungen seien nicht geplant. Auch hofft sie auf ein schrittweise Anwachsen der Kapazität der Mühle. (Renasterea Banateana)
Im Kreis Temesch sind 20 % (102.00 Hektar) der Felder nicht bearbeitet. Diese wurden teils nur gekauft um EU-Subventionen zu beantragen. So kassieren Landwirte und auch ausländische Firmen etwa 100 Euro pro Hektar, ohne auch nur einen Finger zu krümmen. Die EU zahlt jährlich über 10 Millionen Euro um die Landwirte zu unterstützen – ob sie das Feld tatsächlich anbauen, wird nicht mehr kontrolliert.(Realitatea.net)
Auf Anraten der Anwälte der Organisation für Menschenrechte mit Sitz in Temeswar, des Nationalen Gewerkschaftsblocks und der Polizei-Gewerkschaft, werden die Staatsangestellten, deren Löhne um 25 % gekürzt wurden, nicht direkt gegen die Regierung sondern die Arbeitgeber klagen. Als Erstes ist die Temescher Krankenkasse und die Odobescu-Geburtenklinik im Visier. Laut der Temeswarer Koalition, sind Lohnkürzungen, Anhebung der MWSt und Massenentlassungen verfassungswidrig, weswegen sie meint, große Chancen mit der Klage zu haben und allen Betroffenen rät, die Lohnzettel als Beweis aufzubewahren. (Ziua de Vest)
Casa Rusu, Teil der Casa Rusu-Savitar-Gruppe, hat eine Verdoppelung ihrer Verkaufszahlen im ersten Semester dieses Jahres bekannt gegeben, bzw. ein Wachstum von 200 % im Süden des Landes und besonders in Bukarest und um 100 % im Westen und Zentrum Rumäniens. Die Gruppe hat sich auf den Verkauf der in ihren eigenen zu 90 % automatisierten Fabriken hergestellten Möbeln aus MDF-Platten spezialisiert. Verkaufsschlager waren im Sommer 2010 Küchen (25 %), Schlafzimmer (30 %) und Kinderzimmer (25 %). Nach neun eigenen Läden in Temeswar, Hermannstadt/Sibiu, Klausenburg/Cluj Napoca, Deva, Pitesti, Kronstadt/Brasov und Bukarest, will Casa Rusu in diesem Jahr noch weitere fünf Läden in Rumänien und einen Showroom in Budapest eröffnen. (Ziua de Vest)
Rumänien hat seit gestern einen Millionäre mehr: Ein Lotto-Spieler aus Jassy/Iasi hat richtig getippt und 6,2 Millionen Euro gewonnen. Sechs Richtige im Lotto hatte zuletzt jemand am 7. März (1,7 Millionen Euro) aber der Rekordgewinn – 47 Millionen lei wurde am 27. Januar 2008 gewonnen. (Agenda online)
Wer unter 27 Jahre alt ist, die ungarische Sprache beherrscht, höher als 1,65 m (Männer) bzw. 1,60 m (Frauen) ist und als Polizist arbeiten will,kann sich bis zum 2. September beim Temescher Polizeiinspektiorat, für die Aufnahmeprüfung auf die Polizeiakademie in Bukarest, melden. Die Kandidaten müssen ein Lyzeum mit ungarischer Unterrichtssprache, mit einer nicht kleineren als 8 Durschschnittsnote im Betragen absolviert haben, über entsprechende physischen Eigenschaften verfügen und in den vergangenen sieben Jahren kein öffentliches Amt bekleidet haben. Außer in den Fächern Geschichte, Rumänisch und Fremdsprache, werden die Kandidaten auch von psychischen und medizinisches Standtpunkt geprüft. (Ziua de Vest)
Auch im September locken unsere ungarischen Nachbarn mit diversen unwiderstehlichen kulinarischen und Musik-Veranstaltungen: Fischfestival in Szeged (2. - 5. September), Internationaler Wein- und Champagner-Festival in Budapest (8. - 12. September), Internationales Zwiebelfestival in Mako (10. - 12. September),Paprika-Tagein Kalocsa (10. - 18. September), Internationales Tanzfestivalin Pecs (20. - 26. September), das 25. Internationale Spar-Marathonin Budapest am 26. September, Erntedankfest in Devabanya/Kreis Bekes am 24. und 25. September, Traubenball am 25. September in Veszto/Kreis Bekes, Pflaumenfest in Szarvas (10. - 12. September) mit Pflaumenschnaps, -Mus und -Knödel und viel, viel Musik. (Agenda online)
Für die Suche nach der am 29. August 2007 zuletzt gesehenen Kronstädter Rechtsanwältin Elodia Ghinescu gab der rumänische Staat seinerzeit 250.000 lei aus und die Suche geht weiter, denn laut Gesetz wird sie erst vier Jahre nach dem Verschwinden für tot erklärt. Durch die durch ihr Verschwinden ausgelöste Massenhysterie verdiente so manch einer gutes Geld: Die 2007 in OTV ausgestrahlten Sendungen brachten Dan Diaconescu über 500.000 Euro Profit. Es kamen Elodia- T-shirts und Elodia-Käppis auf den Markt,Elodia-Läden wurden eröffnet.(Agenda online)
Wütend darüber, dass Schafe auf seine Grundstück in Lazaresti/Kreis Harghita, auf dem nur mehr Heu lag, eindrangen, überfuhr der Besitzer die 26 Tiere, wobei 19 verendeten. Der von ihm angerichtete Schaden beläuft sich auf 5.500 lei – gegen ihn wird strafrechtlich ermittelt. (Realitatea.net)
Der von der Rumänischen Nationalbank vorgegebene Wechselkurs liegt bei 4,2447 lei/Euro bzw. 3,3381 lei/US-Dollar.