Die Initiative Außenwissenschaftspolitik 2009 "Wissenswelten verbinden"
Das Auswärtige Amt verstärkt im Jahr 2009 seine Unterstützung für den internationalen wissenschaftlichen Austausch. Mit der Außenwissenschaftspolitik können Menschen bewegt, Brücken gebaut und Gesellschaften verbunden werden. Gleichzeitig gewinnen wir wichtige Inspirationen und Innovationen und damit Impulse für das Wachstum am Standort Deutschland.
Gerade in einer globalisierten Welt, in der Bildung, Kenntnisse und Erfahrungen weltweit verfügbar und in Sekundenschnelle abrufbar sind, ist die grenzüberschreitende Vernetzung des Wissens- und Forschungsstandorts Deutschland Voraussetzung für den Zugewinn an Wissen und für technologischen Fortschritt. Zudem können wir mit einem weltweiten Austausch gemeinsam nach den Antworten auf die globalen Fragen der Gegenwart wie Klimawandel, Energiesicherheit und Terrorismus suchen. Auch fördert der Austausch das Verständnis zwischen den Gesellschaften und Kulturen. So gewinnen wir über ein globales Netzwerk der Wissenschaft und Forschung Partner und Freunde weltweit. Außenwissenschaftspolitik ist damit Außenpolitik und Standortpolitik zugleich.
Die Außenwissenschaftspolitik des AA ist ein Beitrag zur „Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung“ vom Februar 2008. Unter Berücksichtigung regionaler und inhaltlicher Schwerpunktsetzungen wird die Außenwissenschaftspolitik weltweit umgesetzt. Mit ihr wird Exzellenz gewonnen, ohne eine Förderung in der Breite aufzugeben. Sie macht den Wissenschafts- und Forschungsstandort international stärker sichtbar. Dabei steht eine enge Zusammenarbeit mit den Partnern im In- und Ausland im Zentrum ihrer Arbeit.
Unter dem Motto „Wissenswelten verbinden“ erweitert das Auswärtige Amt im Jahr 2009 hierbei sein Engagement. Das bestehende Instrumentarium wird ausgebaut und durch neue Maßnahmen ergänzt. Hierzu zählen vor allem eine Reihe neuer Stipendienprogramme des DAAD, der Aufbau von Deutschen Wissenschaftshäusern in Zusammenarbeit mit Forschungsorganisationen und forschenden Unternehmen und die Einrichtung von Exzellenzzentren der Forschung und Lehre an Universitäten im Ausland.
Am 19. Januar eröffnete Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit der Konferenz „Wissenswelten verbinden.“ den diesjährigen Schwerpunkt in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. An den zwei Konferenztagen kamen mehr als 350 Teilnehmer aus ca. 60 Ländern in das Auswärtige Amt, um Ziele und Erwartungen, Ergebnisse und Erfolge der Außenwissenschaftspolitik zu diskutieren.
„Deutschland hat bei den erneuerbaren Energien weltweit einen sehr guten Ruf“
Ihre Ausbildung hat die Ingenieurin Patricia Chaves aus Rio de Janeiro in Brasilien begonnen und sich dann gezielt in Deutschland auf erneuerbare Energien spezialisiert – mit einem Graduiertenstudium an der Universität Oldenburg. Heute ist sie Doktorandin am Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) in Wilhelmshaven. Windenergie sieht sie auch für Brasilien als wichtige Energiequelle der Zukunft.
Patricia Chaves
„Bakterien kennen keine Grenzen, so sollte es auch für Wissenschaftler sein“
Prof. Dr. Seyed Hasnain, Infektionsforscher und Rektor der Universität Hyderabad
„Bakterien kennen keine Grenzen, so sollte es auch für Wissenschaftler sein. Ich komme im Grunde alle drei, vier Monate nach Deutschland, um mich mit Kollegen auszutauschen. Die deutsche Wissenschaftslandschaft ist exzellent. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass es hier einen Respekt vor der Innovation gibt und eine große Freiheit in der Forschung: Man kann sehr selbstständig und frei seinen Ideen nachgehen. Wissenschaft ist oft eine Art Ausflug in die ‘Wildnis’, man muss manchmal auch verrückten Ideen nachgehen dürfen. Ich glaube, die große Freiheit der Forschung ist auch mit ein Grund, warum Deutschland einen hohen Anteil an den Nobelpreisen hat.“
„Wir wollen auch für die Lehre weltweit führende Wissenschaftler gewinnen“
Prof. Dr.-Ing. Liqiu Meng, Vizepräsidentin der Technischen Universität München und Ordinaria am Lehrstuhl für Kartographie
Professor Liqiu Meng aus China ist Vizepräsidentin an einer deutschen Hochschule. Seit einem Jahr steht die international ausgewiesene Expertin für geodätische Informatik mit an der Spitze der Technischen Universität München. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, die Internationalisierung an der renommierten Exzellenzuni voranzutreiben.
Prof. Dr.-Ing. Liqiu Meng
„Afghanistan braucht gut ausgebildete Nachwuchskräfte, die den Wiederaufbau unterstützen“
Sultan Mohammad ist bei der Befreiung eines entführten Journalisten der New York Times in der Nacht vom 8. auf den 9. September 2009 in Nordafghanistan ums Leben gekommen. Er verbrachte seine Sommerferien in Kunduz und wollte zum Semesterbeginn wieder an die Erfurt School of Public Policy zurück kehren, um sein Studium fortzusetzen. Der folgende Text und auch das Interview mit Sultan Mohammad (beide entstanden im März diesen Jahres) geben Zeugnis für seine Überzeugung, einen Beitrag für den Wiederaufbau seines Landes zu leisten. Das Auswärtige Amt trauert um Sultan Mohammad.
Sultan Mohammad aus Afghanistan ist für ein Masterstudium in Public Policy nach Deutschland gekommen. Zusammen mit 14 weiteren jungen afghanischen Führungskräften lernt er an der Erfurt School of Public Policy, wie gutes Regieren gelingen kann. Ihr gemeinsamer Wunsch ist es, den zivilen Wiederaufbau Afghanistans voranzubringen. Dasselbe Ziel verfolgt auch das Auswärtige Amt, das dieses Programm im Rahmen des Stabilitätspakts für Afghanistan ermöglicht hat.
Sultan Mohammad
„Im globalen Wettbewerb nehmen Kreativität und Innovation eine Schlüsselrolle ein“
Professor Karlheinz Brandenburg ist einer der Stars der deutschen Forschung: Er hat mit den Grundlagen für die Entwicklung des MP3-Formats für einen der größten Hightech-Erfolge gesorgt. 2009 ist der Direktor des Fraunhofer-Instituts in Ilmenau EU-Botschafter für Kreativität und Innovation.
Ich will etwas für mein Land verändern
Die Molekularbiologin Dr. Damaris Odeny aus Kenia arbeitet am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln an der Entschlüsselung des genetischen Bauplans der Kartoffel. Sie will möglichst viel lernen, um in ihrer Heimat den Hunger zu bekämpfen: durch die Züchtung widerstandsfähigerer Pflanzen und dadurch bessere Ernten.
Wissenschaft braucht internationale Netzwerke
Der Ingenieur- und Hydrogeologe Professor Rafig Azzam forscht und lehrt an der RWTH Aachen. Ihn beschäftigen drängende Fragen des Umwelt- und Wassermanagements. Auf internationalen Austausch legt er großen Wert, „weil wir viel voneinander lernen können“.