70 Jahre Russlanddeportation im Banater Bergland

Ein dunkles Kapitel rumänischer Geschichtsschreibung jährt sich in diesen ersten Tagen des Jahres 2015 zum 70sten Male.

Im Januar 1945 begannen die hiesigen Behörden damit, mehr als 70.000 deutsche und deutschstämmige Frauen und Männer im arbeitsfähigen Alter aus ganz Rumänien zur Zwangsarbeit in die ehemalige Sowjetunion zu deportieren.

Die kollektive Bestrafung einer ganzen Volksgruppe führte zu Jahren der Vertreibung, Leiden der Betroffenen wie auch der hier verbliebenen Familienangehörigen. Mehr als 15.000 Menschen mussten mit ihrem unschuldigen Leben bezahlen. Viele derer, die die harten Zeiten der Deportation überlebten und in die Heimat zurückkehren konnten, erkrankten und starben an den Folgen unmenschlicher Lebensbedingungen in der Ferne. 

Im Gedenken an die fürchterlichen Geschehnisse vor 70 Jahren kamen Ende Januar 2015 Überlebende der Deportation, Historiker und viele geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft in Reschitza zu verschiedenen Veranstaltungen des Deutschen Demokratischen Forums im Banater Bergland zusammen. 

In einem Symposium im Saal des Kreisrates in Reschitza erinnerten am 28. Januar 2015 die Begrüssungsworte des deutschen Vizekonsuls aus Temeswar, Herrn Siegfried Geilhausen, der Arader Historikerin Lavinia Betea, des stellvertr. Ombudsmanns und Staatssekretärs Mircea Criste, der Leiterin der Kreisbibliothek Clara Maria Constantin und nicht zuletzt des Organisators und Vorsitzendem des Forums der Banater Berglanddeutschen, Herrn Erwin Tigla, an die Ereignisse vom Januar 1945. 

In dem Filmbeitrag „Vergessene Zeiten. Die Russlanddeportation, 1945-1950“ (Vremuri uitate. Deportarea in Rusia, 1945-1950), einer TVR-Produktion aus dem Jahre 2010, kamen viele Zeitzeugen zu Wort, die die heutigen und künftigen Generationen dazu ermahnen, das geschehene Unrecht nie in Vergessenheit geraten zu lassen.

Den bewegenden Abschluss der Veranstaltung bildete vor dem aus Jung und Alt bestehenden und sehr interessierten Publikum das Abspielen des Liedes der Deportierten, „Tief in Russland, in Stalino“. 

Am 29. Januar 2015 wurde den Opfern am Denkmal der Russlanddeportierten in Reschitza gedacht und Kränze niedergelegt.