Auf den Spuren des Transeuropäischen Vorrang-Korridors "Orient East Med": Berliner Verkehrs-Staatssekretär zu Besuch in Arad

Unter Leitung des Berliner Verkehrs-Staatssekretärs Christian Gaebler hat am 1. April eine 23-köpfige Delegation bestehend aus Experten für Verkehrs- und Stadtplanung der Berliner Landesregierung und Parlaments sowie des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen die Stadt Arad besucht. Herr Gaebler ist u. a.  Aufsichtsratsvorsitzender des größten deutschen regionalen Verkehrsverbundes VBB (Verkehrsverbund Berlin Brandenburg).

Die Delegation bereiste mit der Bahn den neuen von der Europäischen Union festgelegten Transeuropäischen Vorrangkorridor „Orient East Med", der von Berlin über Budapest, Arad, Temeswar, Vidin, Sofia bis nach Athen und Piräus (mit Abzweig nach Istanbul) führen wird; sie wollte sich auch einen ersten Eindruck über die heutige Realität der Bahninfrastruktur links und rechts des Korridors verschaffen, aber auch erste Kontakte zu Städten entlang des Korridors knüpfen.

Zunächst fand in Arad ein Gespräch mit Vizebürgermeister Levente Bognar im Rathaus statt, gefolgt von einem Besuch der Firma Astra Rail Industries. Während eines  Arbeitsessens, gegeben vom deutsch-rumänischen Wirtschaftsverein und Konsul Rolf Maruhn hatte die Delegation hinreichend Gelegenheit, Vertreter der deutschen Minderheit, des Deutsch-rumänischen Wirtschaftsvereins Arad und des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Banat kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.

Am 2. April ging es für die Delegation weiter  über Temeswar und die neue Donau-Brücke bei Vidin nach Bulgarien und danach nach Griechenland.

 

Hintergrund dieser Fahrt:

Es ist das Ziel der Europäischen Union, den vorgenannten Vorrangkorridor als neue wirtschaftliche Entwicklungsachse besonders zu fördern. Wirtschaftliche Impulse sollen gegeben werdendurch die Modernisierung der Schieneninfrastruktur, die Vernetzung der Logistikzentren, die Förderung des Tourismus und nicht zuletzt den Erfahrungsaustausch zwischen den Städten entlang des Korridors. Bis 2030 soll die Schieneninfrastruktur zwischen Berlin und  Athen/Istanbul über Arad und Temeswar modernisiert werden durch zweigleisigen Ausbau mit erreichbaren Geschwindigkeiten von mindestens 160 km/h. Budapest soll zum Beispiel von Arad aus mit Intercity-Zügen in weniger als zwei Stunden mit der Bahn erreichbar sein und internationale Güterströme aus Asien und dem Mittelmeerraum sollen von der Straße auf die Schiene verlagert werden und zwar in sogenannte „leise“ Containerzüge, angetrieben durch regenerative Energie.

Für diese Förderperiode (bis 2020) stehen für die transeuropäischen Korridore im Programm „Central Europe Facilities“ 26 Mrd. Euro zu Verfügung. Zusätzlich gibt es Förderprogramme der Städte für die Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs, für die Umgestaltung der Bahnhofsvorplätze und Bahnhofsanlagen, aber auch für den Lärmschutz.

Die Realität ist de facto noch weit von den Zielen der EU entfernt: so zum Beispiel gibt es Verbesserungspotenzial beim grenzüberschreitenden Bahnverkehr an der rumänischen - ungarischen Grenze in Curtici. Auf die Probleme ist auch die EU-Kommission aufmerksam geworden. Zu lange Kontrollprozeduren und Kommunikationsprobleme in den Grenzbahnhöfen führen zu sehr langen Fahrzeiten im Güter- und Personenverkehr, so dass die Wettbewerbsfähigkeit der klimafreundlichen Schiene gegenüber der Straße gefährdet ist.

Weitere interessante Links:

Banater Zeitung

Funkforum

ARQ

Staatssekretär Christian Gaebler vor einem in Arad für Berlin produzierten Güterwagen

Sts. Gaebler bei "Astra Rail Industries"