Wir tragen unser Kreuz und Leid

Am Mittwoch, dem 09. März fand im AMG-Haus eine Würdigungsfeier zu Ehren der Russlanddeportierten statt. Auch nach über 70 Jahre ist die Deportation der deutschen Minderheit aus Rumänien in die ehemalige Sowjetunion unvergessen. Die Zahl der Betroffenen schwindet zwar zunehmend, doch die verbliebenen Zeitzeugen waren an diesem 71. Gedenktag noch immer spürbar bewegt von ihren Erinnerungen an die vergangene Lagerzeit.

Die Eröffnungsrede und der Gottesdienst wurden von Herrn Fischer (Landesvorsitzendem und Gründungsvater des Vereins der Russlanddeportierten) abgehalten. Mit eindrücklicher Wortgewalt und bewegendem Pathos ermahnte Herr Fischer vor einem Vergessen der furchtbaren Geschehnisse und Schicksale der Leidesgenossen. Niemals dürfte man aufhören, sich zu erinnern.

„Bis ans Ende tragen wir unser Kreuz und Leid. Erst litten wir unter russischer Zwangsarbeit, dann litten wir unter einem kommunistischen Regime. Heute leiden wir an den Gebrechen und Schmerzen unserer schwachen Körper. Bis zum Ende gehen wir auf der Seufzerbrücke. Doch enden tut unsere Reise dort nicht.- Auf einer goldenen Brücke werden wir schließlich ins ewige Reich Gottes geführt. Erst dann können wir unser Kreuz niederlegen und alles Leid ist für immer vergessen.“

Auch in der Rede des deutschen Vizekonsul Siegfried Geilhausen wurde die Bedeutung einer beständigen Gedenkkultur unterstrichen und die Leistung des Vereins der Russlanddeportierten in der Vermittlung des historischen Geschehens für die nachfolgenden Generationen hervorgehoben.

Bewegend war die Vorlesung der zwei DSTT Schauspieler aus dem Literaturband „Lagerlyrik“. In diesem wurden die ergreifenden Schilderungen der Deportierten, in Form von Gedichten, Liedern und Anekdoten verewigt. Die intime und zutiefst persönliche Literatur zeugt von ihren Leiden und Hoffnungen, ihrer Liebe zur Heimat und Familie, ihrer Sehnsucht nach Friede und Freiheit.

Einen gefühlvollen Abschluss der Veranstaltung bildeten das gemeinsame Singen des Liedes „Tief in Russland, in Stalino“ und eine Kranzniederlegung zu Ehren der Deportierten vor dem AMG-Haus.

(Verfasser: Christopher Stein, Praktikant)

Denkmal für die Opfer der Deportation